FASANENSTRASSE 68
10719 BERLIN
Galerie Kornfeld
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Cat Scan
Opening: Thursday, August 2 6 – 9PM
Duration: August 2 – September 8, 2018
Download pdf

Cat Scan
kuratiert von Omar Lopez- Chahoud

Die multidisziplinären Künstler der Ausstellung Cat Scan zeigen eine Reihe skulpturaler Arbeiten, die konzeptuell vielschichtig und formal anspruchsvoll sind. Mechanisch und technisch gesehen ist ein Cat Scan eine computergenerierte Kombination von Röntgenmessungen aus vielen ver- schiedenen Perspektiven zur Erzeugung von Schnittbildern. Im Kern ist ein Cat Scan also eine Möglichkeit, in etwas hineinzugelangen, ohne es aufschneiden zu müssen.

Dies ist ein Ansatz, den alle Künstler in Cat Scan verfolgen: sie verwenden bekannte zeitgenössi- sche kulturelle Referenzen, um den Betrachtern ihre Werke zugänglich zu machen, wobei visuelle, konzeptuelle oder physische Aufhänger dazu dienen, verschiedene Blickwinkel auf ihre Arbeiten freizulegen.

Für die Künstler, die den performativen – und dennoch abwesenden – Körper evozieren und inte- grieren, wird die Herstellung von Objekten zur Möglichkeit, die binären Gegensätze von Technolo- gie und Umwelt, physischen und geistigen Objekten, Abwesenheit und Präsenz sowohl zu be- schwören, als auch zu untergraben. Die Arbeiten der drei Künstler eröffnen Betrachtern somit neue Wege der Interpretation, des Denkens und des Sehens.

Jillian Mayers Arbeit weckt das Interesse der Betrachter, indem sie diese einlädt, mit ihren Skulp- turen zu interagieren, sich in sie hineinzusetzen und ihren Körper in eine Position zu bringen, die sich den Anforderungen neuester Technologien anpasst. Ihre Skulpturen schaffen einen sozialen Raum, der den Einsatz neuer Technologien ermöglicht und dabei die Grenzen zwischen dem Funk- tionalen und dem Nicht-Funktionalen verwischt.

Michael Sailstorfers Vorliebe für nicht-westliche und heidnische Praktiken spiegelt sein Interesse an den grundlegendsten Elementen der menschlichen Erfahrung wider. Sein Werk untersucht, wie rituelle Praktiken des Maskierens die Präsenz eines Körpers erkennen lassen und beschäftigen sich dabei mit dem Bedürfnis Symbole und Bilder in einer sich verändernden Welt anzupassen und umzugestalten. Daneben befassen sich Rodrigue Mouchez’ Arbeiten eingehend mit den zyklischen Mustern der Natur. Der Künstler verwendet ephemere Materialien um ökologische Fragen aufzu- werfen und darüber nachzudenken, wie wir unseren tief verwurzelten Anthropozentrismus verler- nen und rückgängig machen können.

Sailstorfers Masken, Mayers Skulpturen und Rodrigues Installationen sind allesamt mit dem menschlichen Körper verbunden: Sailsdorfers Arbeit passt sich dem Gesicht an, Mayers Arbeit umschließt den Körper und Mouchez’ Arbeit wird von der Hand aktiviert. Der Körper fungiert hier als Ausgangspunkt, in den hineingeschnitten wird um neue, jeweils unterschiedliche Perspektiven freizulegen. Durch die Auflösung binärer Gegensätze und die facettenreiche Darstellung der diver- sen Themen, erkunden die Künstler von Cat Scan Fragen des abwesenden und gegenwärtigen Körpers in technischen, symbolischen und ökologischen Kontexten.

Omar Lopez-Chahoud

Omar López-Chahoud ist künstlerischer Leiter und Kurator der UNTITLED Kunstmesse seit ihrer Gründung im Jahr 2012. Als unabhängiger Kurator hat López-Chahoud bereits zahlreiche Ausstel- lungen in den USA und weltweit kuratiert und mitkuratiert, wie etwa die Nicaragua Biennale im März 2014. López-Chahoud hat zudem an kuratorischen Podiumsdiskussionen im Artists’ Space, Art in General, MoMA PS1 und dem Whitney Museum of American Art in New York teilgenommen. López-Chahoud hat einen Master in Bildender Kunst von der Yale University School of Art und der Royal Academy of Art in London.

Jillian Mayer lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Miami, Florida. Anhand von Videos, Skulp- turen, Online-Erfahrungen, Fotografien, Performances und Installationen erforscht sie, wie Tech- nologie unser Leben, unseren Körper und unsere Identität beeinflusst. Mayer untersucht die Span- nungspunkte zwischen der Online- und der physischen Welt und kreiert Arbeiten, die versuchen, die zunehmend poröse Grenze zwischen beiden zu durchdringen. Sie hatte bereits Einzelausstel- lungen in der Tufts University, Boston, (2018), Postmasters Gallery, New York (2018), Pérez Art Museum, Miami (2016), LAXART, Los Angeles (2016), Utah Museum of Fine Art, Salt Lake City (2014) und in der David Castillo Gallery, Miami (2011 & 2016). Zudem hat sie bereits im MoMA PS1 (2017), im MoMA (2013), im Museum of Contemporary Art, North Miami (2013), im Bass Museum of Art, North Miami (2012), im Guggenheim Museum (2010) und im Musée d'Art Contemporain de Montréal, Québec als Teil der Montréal Biennale (2014) ausgestellt und performed.

Rodrigue Mouchez schloss 2012 sein Studium an der L'École Nationale Supérieure des Be- aux-Arts de Lyon mit einem Master und Bachelor in Bildender Kunst ab und besuchte im selben Jahr den Masterstudiengang für Choreographie ‚Ex.e.r.ce’ im Centre Chorégraphique National von

Montpellier. Rodrigue Mouchez’ Arbeit ist facettenreich und wurzelt in verschiedenen Medien, von Skulptur bis Zeichnung, von Performance bis Installation. In den letzten Jahren hat er ein Werk geschaffen, das die menschliche Präsenz und Wahrnehmung in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von seinen Untersuchungen zu den Begriffen des Zyklus, der Veränderung oder der Entropie, stellt der Künstler sowohl unsere Fähigkeit, die Realität vollständig zu erfassen, als auch unseren tief verwurzelten Anthropozentrismus in Frage.

Michael Sailstorfer wurde 1979 in Velden (Vils) geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Er studier- te an der Akademie der Bildenden Künste, München (1999-2005) und am Goldsmiths College, London (2003-2004). Sailstorfers skulpturale Praxis greift die kinetische, minimalistische Pop- Tradition der 1960er und 1970er Jahre auf und de-kontextualisiert alltägliche oder technische Ma- terialien, was zu radikalen Bedeutungsverschiebungen führt. Die künstlerische Transformation von Objekten und Räumen – nicht zuletzt durch Licht, Klang oder Geruch – fordert physische Gren- zen heraus und erzeugt originelle Bilder, die häufig eine poetische Dimension haben. Darüber hin- aus beschäftigt sich ein Großteil seiner Arbeit mit Naturgewalten und der Art, wie wir diese an- hand von Form und physischem Raum wahrnehmen. Gleichzeitig hat Sailstorfers Kunst oft auch etwas Skurriles an sich, was häufig mit einem Sinn für visuellen Humor einhergeht. Seine Kunst- werke sind immer präzise Antworten auf die Eigenschaften des Ortes, für den sie konzipiert wur- den – sei es eine Galerie oder ein öffentlicher Innen- und Außenraum. Durch internationale Künst- lerresidenzen bei der Villa Aurora Residency, Los Angeles (2005) oder dem International Studio Program, Office for Contemporary Art Norway, Oslo (2006), sowie durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen und öffentliche Kunstprojekte hat Sailstorfer weltweit Aufmerksamkeit und Anerkennung erlangt.

Falls sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, steht ihnen das Team von 68pro- jects/GALERIE KORNFELD BERLIN zur Verfügung.

Druckfähiges Bildmaterial senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Mit freundlichen Grüßen,
Janina Rösner

Kontakt:

Janina Rösner
berlin@68projects.com
Tel: +49 30 889 288 76 | Fax +49 30 889 225 899
www.68projects.com | http://www.facebook.com/68projects

---

Press Release

Cat Scan
curated by Omar Lopez- Chahoud

The artists in Cat Scan, all multidisciplinary in practice, will present an array of sculptural works that are conceptually layered and formally engaging. Mechanically and technically speaking a Cat Scan is a computer-processed combination of x-ray measurements taken from many different an- gles to produce cross-sectional images, in effect, a Cat Scan is a way to get inside of something without cutting it open.

This is an approach that each of the artists in Cat Scan uses, they engage familiar contemporary cultural references to make their works accessible to their viewers; they give a visual, conceptual or physical hook for the viewer to get into their works from many different angles.

Evoking and embracing the performative yet absent body, each artist approaches making objects as a way to awaken and trouble binaries between technology & our evironment, physical objects & mental objects and absence & presence. Each of these artists approach their work as a way to share with viewers new ways to interpret think and look closely.

Jillian Mayer's work engages the viewer by inviting them to interact with her sculptures by sitting in them and placing the body in a position that adapts to the use of new technologies. Her works function to create a social space to facilitate the use of new technologies, her sculptures blur the lines between the functional and the non functional.

Michael Sailstorfer's interest in Non-Western and Pagan practices serves as a reference to the most basic elements in human experience. His work looks at how ritualistic practices of masking inform how we can recognize the presence of a body and reflect on the desire to adjust and trans- form symbols and images in a changing world.

And further, Rodrigue Mouchez's works closely study cyclical patterns of nature and incoorporate ephemeral materials to address environmental issues and think about how to unlearn and undo our deeply rooted anthropocentrism.

Sailstorfer's masks, Mayer's sculptures and Rodrigue's installations are all connected to the hu- man body. Sailsdorfer's work fits the face, Mayer's work holds the body and Mouchez's work is ac- tivated by the hand. Through the use of the body as the beginning point for each of these artists this show cuts into the body and examines it differently through each of these artist's works. Through the approach of dissolving binaries and looking at a subject from many angels each of the artists in Cat Scan get inside of questions of the absent and present body in technological, symbol- ogical and environmental contexts.

Omar Lopez-Chahoud

Omar López-Chahoud has been the Artistic Director and Curator of UNTITLED. since its founding in 2012 and will lead the curatorial team of the 2015 edition of UNTITLED. As an independent cura- tor, López-Chahoud has curated and co-curated numerous exhibitions in the United States and in- ternationally. Most recently, he curated the Nicaraguan Biennial in March 2014. López-Chahoud has participated in curatorial panel discussions at Artists' Space, Art in General, MoMA PS1, and the Whitney Museum of American Art in New York City. López-Chahoud earned MFAs from Yale University School of Art, and the Royal Academy of Art in London.

Jillian Mayer is an artist and filmmaker living in Miami, Florida. Through videos, sculptures, online experiences, photography,performances, and installations, she explores how technology affects our lives, bodies, and identities. Mayer investigates the points of tension between our online and physicals worlds and makes work that attempts to inhabit the increasingly porous boundary between the two. Solo exhibitions include Tufts University, Boston, MA(2018);Postmasters Gallery, New York, NY(2018);Pérez Art Museum, Miami, FL (2016); LAXART, Los Angeles, CA (2016); Utah Museum of Fine Art, Salt Lake City, UT(2014); and David Castillo Gallery, Miami, FL (2011 & 2016). She has exhibited and performed at MoMA PS1 (2017); MoMA (2013); the Museum of Contemporary Art, North Miami, FL (2013); the Bass Museum of Art, North Miami, FL(2012); the Guggenheim Museum (2010); and the Musée d'Art Contemporain de Montréal, Québec as a part of the Montréal Biennial (2014).

Graduating with a MFA and a BFA from L’École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Lyon in 2012 Rodrigue Mouchez participated in the same year at the research Masters program in chore- ography ‘Ex.e.r.ce’ in the Centre Chorégraphique National of Montpellier. Rodrigue Mouchez’s practice is diverse, working in both curation and in arts practice – his artwork takes roots in vari- ous mediums ranging from sculpture to drawing, performance to installation. In the past few years he has deployed a body of work that puts human presence and perception at the center of his at- tention. Grounded in his research on the concepts of cycle, alteration or entropy, the artist ques- tions our ability to fully grasp reality and questions our deeply rooted anthropocentrism.

Michael Sailstorfer was born in 1979 in Velden / Vils; he lives and works in Berlin. Since his studies at the Akademie der Bildenden Ku nste (1999-2005), Munich, and at Goldsmiths College, London (2003-2004), Sailstorfer’s sculptural practice has been drawing upon the kinetic, minimalist and pop tradition of the 1960s and 1970s, re-actualized through inspirations taken from everyday or industrial materials, which the artist de-contextualizes and re-configures, triggering radical shifts in meaning. The artistic transformation of objects and spaces, not least through light, sound or smell challenges physical boundaries and engenders original images often bearing a poetical dimension. Furthermore, much of his work engages with natural forces and the way we perceive them through form and physical space. At the same time, there is frequently a hint of whimsy in Sailstorfer’s art, evoking a sense of visual wit. His artworks are always precise responses to the attributes of the site they are conceived for – be it the gallery, or public indoor or outdoor spaces. Through international residencies such as Villa Aurora Residency, Los Angeles (2005) or the International Studio Program, Office for Contemporary Art Norway, Oslo (2006), as well as through a great number of solo and group shows, and public art projects, Sailstorfer’s work has gained worldwide attention and recognition and he has shown in such dynamic spaces as: Rochester Art Center, Rochester, Minn. (USA); Haus am Waldsee, Berlin; CAC Contemporary Arts Center, Cincinnati; Berlinische Galerie, Berlin; Doris C. Freedman Plaza, Central Park, New York City; S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent;Kestnergesellschaft, Hannover; Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main; Städtische Galerie im Lenbachhaus, München.

Representatives from 68projects/GALERIE KORNFELD BERLIN are available if you have any ques- tions or would like any further information.

We are also glad to send printable images at your request.

With warm regards,
Janina Rösner

Contact:

Janina Rösner
berlin@68projects.com
Tel: +49 30 889 288 76 | Fax +49 30 889 225 899
www.68projects.com | http://www.facebook.com/68projects

68projects
Fasanenstr. 68
D-10719 Berlin
Tel +49(0)30 889 288 76

MAIN Gallery:
VISIT WEBSITE