FASANENSTRASSE 68
10719 BERLIN
Galerie Kornfeld
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Oliver Westerbarkey | Die Landschaft fängt an, wo der Mensch aufhört
Opening: Friday, 24 January, 6–9pm
Duration: 24 January – 18 April 2020
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Oliver Westerbarkey

Die Landschaft fängt an, wo der Mensch aufhört

Opening:

Friday, 24 January, 6–9pm


Duration:

24 January – 18 April 2020

Artists are the spokespeople of our times and can play a crucial role in provoking conversations and challenging the status quo. Throughout history we have seen time and time again an attempt by humankind to control nature, much as depicted in the Baroque gardens of the late-16th century who's geometric treatment of gardens depicted the power of man over nature. So in 2020 we start our first exhibition at 68projects with Oliver Westerbarkey who instead communicates within his work that nature can exist without humankind, and it is in fact humans who cannot exist without a relation to their surroundings. What Westerbarkey has created, dioramas made of natural materials such as dirt and plants, is an analogue representation much like augmented reality - existing in the physical world wherein what is most alive in the work is actually the most artificial. The experience of real-world environments here is seen through the perceptual distortion of real objects instead of computer-generated perceptual information. Westerbarkey's works thus both preserve and imitate nature at the same time. They highlight all these little objects in nature we easily overlook, and thus let us meditate on the ecological system at large.

The preservation of the plant parts stand in contrast to the fact that nature indeed never really stands still. The work is neither a true representation of nature nor even a complete falsification. The artistic approach is that of questioning and ambiguity, the truth of the work is within the interpretation of each viewer. The work can take one to a memory of a place or experience of childhood or through its museum quality of diorama invoke the feeling of historical archaeological findings. The word Diorama itself derives from Greek meaning “through that which is seen”. At the beginning of the 20th century the dioramas were the attraction of the first natural history museums. They offered an illusionistic representation of nature and as such a kind of “shining through” to reality, much as these works of Westerbarkey aim to do. The historic essence of preservation is then abruptly broken by the realness of the objects in the present, deformed and painted over by the artist in added light and shadow. A loosening of traditional ideas of time is sensed as the work sits within the past, present and the visualization of an unknown future.

These works cannot be clearly assigned to classical genres of art or materiality and it is exactly in this tension of non-definability that the work plays on the viewers subconscious. At first glance it seems to be monumental photographs, however, on closer inspection it becomes clear that the work is made of real objects from nature. As writer Claudia Fischer explains, “Within this sudden realisation we lose the certainty of a clear perspective and thus also our customary subject-specific classification. The closer we get, the more we are drawn into the artificial natural scenario. One wants to be a beetle right away, or twig, or blossom- awakening a peculiar sensual desire to become part of these scenarios in some way.” Here is not a foreign or strange place, but instead the feeling of home and the intimate relation to nature expressed through the artist's elaborate approach and dedication to each and every minute element.

Oliver Westerbarkey was born in Konstanz, Germany in 1969 and studied at the Academy of Fine Arts in Munich after training as a stonemason. From 2002 to 2005 he was a master student of Prof. Prangenberg. Westerbarkey currently lives and works in Munich and has exhibited widely within Germany. Most recently he has exhibited at the Alte Akademie, the Rathausgalerie and in the Haus der Kunst in Munich. In 2018 his solo exhibition POST MODER was presented at the Kunstverein, Rosenheim in Germany. In 2020 he will exhibit at Kösk in Munich and at the Kunstverein in Ebersberg, Germany due to open January 2021. In 2020 a group exhibition is planned with Galrie Kornfeld in collaboration with the Prussian Palaces and Gardens Foundation Berlin-Brandenburg at the The Orangery Palace (German: Orangerieschloss) in Potsdam.

Please do not hesitate to contact Shahane Hakobyan should you wish to interview the artist or receive further press material and images.

Contact: 

Shahane Hakobyan:

hakobyan@galeriekornfeld.com


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Oliver Westerbarkey

DieLandschaft fängt an, wo der Mensch aufhört


Vernissage:

Freitag, 24. Januar, 18–21 Uhr


Laufzeit:

24.Januar – 18. April 2020

Künstler*innen sind die Sprecher*innen unserer Zeit. Sie können eine entscheidende Rolle dabei spielen, Diskussionen in Gang zu bringen und den Status quo in Frage zu stellen. In der Geschichte gab es immer wieder Versuche des Menschen, die Natur zu kontrollieren; ein Beispiel sind die Darstellungen barocker Gärten aus dem späten 16. Jahrhundert, deren geometrische Gartenanlagen die Herrschaft des Menschen über die Natur verdeutlichen sollten. Oliver Westerbarkey, der in seinen Werken vermittelt, dass die Natur zwar auch ohne den Menschen, der Mensch hingegen nicht ohne eine Beziehung zu seiner Umwelt leben kann, bestreitet im Jahr 2020 die erste Ausstellung bei 68projects. Was Westerbarkey geschaffen hat – Dioramen aus natürlichen Materialien wie Erde und Pflanzen – sind analoge Darstellungen, die einer erweiterten Realität ähneln: Sie existieren in einer physischen Welt, in der das, was im Werk am lebendigsten scheint, in Wahrheit am künstlichsten ist. Die Erfahrung einer echt-weltlichen Umgebung wird hier durch die Wahrnehmungsverzerrung von realen Objekten gesehen und eben nicht durch computergenerierte Wahrnehmungsinformation. Somit konservieren und imitieren Westerbarkeys Arbeiten die Natur und lassen uns, indem sie all die kleinen Objekte hervorheben, die wir in der Realität allzu leicht übersehen, über das ökologische System insgesamt nachdenken.

Die Konservierung der Pflanzenteile steht im Gegensatz zu der Tatsache, dass die Natur eben keinen wirklichen Stillstand kennt. Die Werke Westerbarkeys sind daher weder echte Darstellungen von Natur noch eine totale Verfälschung. Seine künstlerische Herangehensweise zeichnet sich vielmehr durch Infragestellung und Mehrdeutigkeit aus; die Wahrheit seiner Kunst findet sich in der Interpretation der einzelnen Betrachter*in. Seine Werke können uns zu einem Ort oder einem Erlebnis in der Kindheit transportieren oder durch die Museumsqualität des Dioramas ein Gefühl für historische archäologische Funde schaffen. Der Begriff “Diorama” ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet „hindurchsehen, durchschimmern“. Zu Beginn des 20. Jahrhundert waren Dioramen die Attraktion der ersten Naturkundemuseen. Sie boten eine illusionistische Darstellung der Natur und somit eine Art Durchscheinen in die Realität, ganz ähnlich wie Westerbarkeys Arbeiten dies versuchen. Die historische Essenz der Konservierung wird dann abrupt von der Realität der Objekte in der Gegenwart durchbrochen, die vom Künstler mit zusätzlichem Licht und Schatten deformiert und übermalt werden. Eine Lockerung traditioneller Vorstellungen von Zeit wird spürbar, da das Werk sich in einem Spannungsfeld von Vergangenheit, Gegenwart und der Visualisierung einer unbekannten Zukunft befindet. Die Werke lassen sich nicht eindeutig klassischen Kunstgattungen oder Materialitäten zuordnen, und es ist genau in diesem Spannungsfeld der Nichtdefinierbarkeit, dass diese Werke das Unterbewusste der Betrachter*innen beeinflussen. Auf den ersten Blick wirken sie wie monumentale Fotografien, aber bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass sie mit realen Gegenständen aus der Natur gemacht sind. Die Autorin Claudia Fischer bemerkt zu den Werken von Oliver Westerbarkey: „Wir verlieren gegenüber seinen eigenwilligen Dioramen die Sicherheit einer eindeutigen Perspektive und damit auch unsere gewohnte subjektspezifische Einordnung. Je näher wir kommen, desto mehr werden wir in das künstliche Naturszenario hineingezogen. Gleich will man Käfer sein, oder Zweig, oder Blüte – die [Werke] [...] wecken eine eigentümlich sinnliche Lust, Teil dieser Landschaften zu werden.“ Dies sind keine fremden oder seltsamen Orte, vielmehr stellt sich ein Gefühl des Zuhauseseins in einer engen Beziehung zur Natur ein, artikuliert durch die ausgeklügelte Herangehensweise des Künstlers und seine Hingabe an jedes kleine Detail.

Oliver Westerbarkey wurde 1969 in Konstanz geboren und hat nach einer Ausbildung zum Steinmetz an der Akademie der Künste in München studiert. Von 2002 bis 2005 war er Meisterschüler von Professor Prangenberg. Westerbarkey lebt und arbeitet in München und stellt seine Werke in ganz Deutschland aus, zuletzt in der Alten Akademie, der Rathausgalerie und im Haus der Kunst in München. 2018 wurde seine Einzelausstellung POST MODER im Kunstverein Rosenheim gezeigt. 2020 wird er bei Kösk in München und im Januar 2021 im Kunstverein Ebersberg ausstellen. Für 2020 ist eine Gruppenausstellung mit der Galerie Kornfeld in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin geplant.


Wenn Sie weitere Informationen oder druckfähiges Bildmaterial wünschen, sprechen Sie uns gerne an. Wir vermitteln Ihnen gerne einen Interviewtermin mit Oliver Westerbarkey.


Kontakt:

Dr. Tilman Treusch, treusch@galeriekornfeld.com


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