FASANENSTRASSE 68
10719 BERLIN
Galerie Kornfeld
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Walter Schels TRANS*
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Walter Schels
TRANS*

Opening
Saturday, 26 June, 12–6pm
Physical opening to be confirmed
closer to the date.

Venue
68projects
Fasanenstraße 68
10719 Berlin

Exhibition
26 June – 31 July 2021
Tue–Sat, 12am–6pm
and by personal appointment

For updated information about accessibility
to visit the exhibition in person please do
not hesitate to contact us:
Phone.: +49 30 889 225 890
Mail: galerie@galeriekornfeld.com


In his long-term study TRANS*, Walter Schels shows the process of becoming one with oneself

Ladies and Gentlemen

In autumn 2013, Walter Schels began working on a long-term project, which we are exhibiting for the first time in Berlin under the title “TRANS*”. In compassionate images, the photographer portrays young transgender people in transition. What makes this special is the photographer’s close friendship with a doctor, a hormone expert who helps his patients adapt their bodies to their identified sex, resulting in a unique series that documents the transformation from the anatomically innate to the ‘correct’ sex over an extended period of time.

Today, the series includes portraits of 27 transgender people. The youngest participant was eleven years old at the time of the first photo, the oldest is now 23. The moment of astonishment of the first encounter still remains. Whether trans boy or trans girl, from the very beginning their clothing, body language and manner of speaking already point towards the future sex they perceive as ‘right’.

Walter Schels deliberately chose the classical form of portraiture, which his work helped develop and shape over decades: the photographs are taken from a short distance against a black background, with direct eye contact. Lit by an even, flat light, the faces of girls and boys look into the camera without smiling. These are calm shots: the metamorphosis from female to male and vice versa is not presented dramatically, but in subtle steps.


The sitters decide for themselves how they want to be presented and at what moment. Stages of bodily transformation only become an issue if the sitter expressly wants it. More important than physical appearance are questions of identity, consciousness and personality. “What is the core of a person’s being?", the photos ask, “why are they like this and not different? What possibilities do they have? Where are their limits?”

Walter Schels’ interest in the identity of his counterpart is rooted in his own biography. The photographer says he is very familiar with the theme of self-rejection, and his empathetic attitude might be the key to the striking proximity that many viewers discover in his portraits. His black-and-white photos offer insights into the sitter’s being and psyche. They are intimate, emotional, compassionate and respectful. Here the face appears as a mirror of the soul. Schels concentrates entirely on his relationship with the portrayed persons, entering into a dialogue through the lens of his camera, blurring the limits between the viewer and the portrayed.

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Walter Schels (born 1936 in Landshut) is regarded as one of Germany’s most important contemporary photographers. He made a name for himself with character studies of celebrities from politics and culture, portrait series of people in extreme situations and animal portraits. From the early 1990s onwards, he increasingly devoted himself to his own artistic projects. A key experience for him was a commission from the magazine “Eltern” (“Parents”), for which he photographed a birth in 1974. Schels describes the moment in the following terms: “For the first time I saw the face of a new-born human being. But it was not a being without history that was looking at me, but a face with a past, knowing, ancient…”. Since then, his preoccupation with faces has never left him.


His works are part of renowned art collections and have been shown in exhibitions in Germany and abroad, including the German Hygiene Museum in Dresden, the DZ Bank in Frankfurt, C/O Berlin and the Mori Art Museum in Tokyo.  In 2019, the House of Photography at the Deichtorhallen Hamburg dedicated a major solo exhibition to his work.
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To mark the TRANS* exhibition, a 100-page catalogue containing 120 black-and-white illustrations and a text by Beate Lakotta will be published.

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Walter Schels
TRANS*

Laufzeit
26. Juni – 31. Juli 2021

Ort
68projects
Fasanenstraße 68
10719 Berlin

Öffnungszeiten:
Di–Sa, 12–18 Uhr
und nach persönlicher Vereinbarung

Für Informationen zu den aktuell geltenden
Öffnungszeiten kontaktieren Sie uns bitte:
Tel.: +49 30 889 225 890
Mail: galerie@galeriekornfeld.com

In seiner Langzeitstudie TRANS* zeigt Walter Schels den Prozess des Einswerdens mit sich selbst


Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Herbst 2013 beginnt Walter Schels mit der Arbeit an einem Langzeitprojekt, dem wir mit der Ausstellung "TRANS*" erstmals in Berlin einen Raum geben. In einfühlsamen Aufnahmen porträtiert der Fotograf junge Trans*Menschen, die sich auf den Weg zu ihrer tatsächlichen Geschlechtsidentität gemacht haben – Jungen, die als anatomisches Mädchen zur Welt gekommen sind, und Mädchen, die als anatomische Jungen geboren sind. Das Besondere: die enge Freundschaft des Fotografen mit dem Arzt, der als Hormonexperte seinen Patient*innen hilft, ihren Körper ihrem als richtig empfundenen Geschlecht anzugleichen, resultiert in einer einmaligen Werkgruppe, die die Transformation vom anatomisch angeborenen zum richtigen Geschlecht über einen längeren Zeitraum dokumentiert.

Heute umfasst die Serie Porträtaufnahmen von 27 Transmenschen. Die jüngste war zum Zeitpunkt der ersten Aufnahme elf Jahre alt, der älteste ist heute 23. Der Moment der Verblüffung bei der ersten Begegnung ist geblieben. Ob Transjunge oder Transmädchen, Kleidung, Körpersprache und Redeweise von allen Porträtierten weisen vom Moment des ersten Kennenlernens auf das zukünftige, von den Jugendlichen als ‘richtig’ empfundene Geschlecht.

Walter Schels hat sich bewusst für die klassische Form der Porträtaufnahme entschieden, die er mit seinen Werk über Jahrzehnte mitentwickelt und geprägt hat: Die Aufnahmen entstehen vor schwarzem Hintergrund, aus geringer Distanz, mit direktem Blickkontakt. Beleuchtet von einem gleichmäßigen, flachen Licht schauen Mädchengesichter und Jungengesichter ohne zu lächeln in die Kamera. Es sind unaufgeregte Aufnahmen, die Metamorphose von weiblich zu männlich und umgekehrt erscheint in den Bildern nicht als Drama, sondern vollzieht sich in subtilen Schritten.

Die Porträtierten entscheiden selbst, wie sie sich zeigen wollen, und wenn ja, in welchem Moment. Etappen der körperlichen Transformation werden nur dann zum Thema, wenn die oder der Porträtierte das ausdrücklich wollte. Wichtiger als die körperliche Erscheinung sind Fragen nach Identität, Bewusstsein und Persönlichkeit. „Was ist der Wesenskern eines Menschen?“,  fragen die Bilder, „Warum ist er so und nicht anders? Welche Möglichkeiten hat er? Wo sind seine Grenzen?“

Das Interesse an der Identität seines Gegenübers ist bei Walter Schels biografisch gewachsen und begründet. Das Thema der Selbstablehnung sei ihm durchaus vertraut, so der Fotograf, und diese empathische Haltung mag der Schlüssel sein für die frappierende Nähe, die viele Betrachter*innen in seinen Porträtaufnahmen entdecken. Seine Schwarz-Weiß-Porträts geben Einblicke in Wesen und Psyche der Dargestellten. Sie sind intim, emotional, mitfühlend und respektvoll. Das Gesicht erscheint als Spiegel der Seele. Schels konzentriert sich ganz auf die Beziehung zu seinem Gegenüber und tritt durch das Objektiv der Kamera mit den Porträtierten in einen Dialog. Die Grenzen zwischen Betrachter*innen und Porträtierten verschwimmen.

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Walter Schels (*1936 Landshut) gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen Deutschlands. Bekannt wurde er durch Charakterstudien von Prominenten aus Politik und Kultur, Porträt-Serien von Menschen in Extremsituationen und Tierporträts. Mit Beginn der 1990er-Jahre widmet er sich verstärkt eigenen künstlerischen Projekten. Zum Schlüsselerlebnis wurde für ihn ein Auftrag des Magazins „Eltern“: 1974 fotografierte er für die Zeitschrift eine Geburt. „Zum ersten Mal sah ich das Gesicht eines neugeborenen Menschen. Doch nicht ein geschichtsloses Wesen schaute mich da an, sondern ein Gesicht mit Vergangenheit, wissend, uralt“, sagt Schels über diesen Moment. Seither hat ihn die Beschäftigung mit dem Gesicht nicht mehr losgelassen.

Seine  Werke sind Bestandteil bedeutender Kunstsammlungen und wurden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, u.a. im Deutschen Hygienemuseum in Dresden, in der DZ Bank in Frankfurt, bei C/O Berlin oder im Mori Art Museum in Tokyo.  2019 widmete ihm das Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg eine große Einzelausstellung.

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Anlässlich der Ausstellung „TRANS*“ erscheint eine Publikation, ca. 100 Seiten, ca. 120 s/w-Abbildungen, Text von Beate Lakotta.

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Contact | Kontakt: 


Shahane Hakobyan: hakobyan@galeriekornfeld.com

Tel.: +49 30 889 225 890


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